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Toraja-Hochland, Südsulawesi

Tumakke: ein Tongkonan mit einem Dach aus Stein

Ein Haus mit Steinplatten statt Bambus, abseits der üblichen Routen. Sein baulicher Zustand verdient ebenso viel Aufmerksamkeit wie das Dach.

Die Dächer der tongkonan, der torajanischen Häuser mit familiärer und ritueller Bedeutung, bestehen sonst aus gespaltenem Bambus oder dem Wellblech, das ihn vielfach ersetzt hat. In Tumakke liegt Stein auf dem Dach.

Das Haus heißt Papa Batu und steht in Lembang Tumakke im Kecamatan Rembon, Regierungsbezirk Tana Toraja, westlich von Makale. Es ist der zehnte Bestandteil der indonesischen UNESCO-Tentativlisten-Nominierung. Nach dem veröffentlichten Kenntnisstand ist es das einzige erhaltene Tongkonan mit einem solchen Dach.

Wie das Dach gebaut ist

Die Nominierung beschreibt die Platten genau: ungefähr 50 bis 60 Zentimeter lang, 30 bis 40 Zentimeter breit und 5 bis 10 Zentimeter dick. Sie bedecken die geschwungene Sattelform, die sonst aus Bambuslagen entsteht. Der übrige Hausbau unterscheidet sich laut Eintrag nicht von anderen torajanischen Wohnhäusern. Etwa fünf Meter nordöstlich steht ein kleiner Reisspeicher.

Indonesische Berichte erläutern die Befestigung. Jede Platte besitzt seitlich zwei Löcher und ist mit Rattan an die Dachkonstruktion gebunden. Als Gestein werden Andesit und padas genannt, als Gesamtzahl ungefähr tausend Platten.

Das Haus steht auf einer Terrasse. Seine geschnitzten Wandbretter zeigen Sonnenmotive, Büffel und geometrische Muster.

Warum hier Stein gewählt wurde, obwohl Bambus in der Region reichlich vorkommt, können wir nicht mit einer Quelle beantworten. Eine Erklärung erfinden wir dafür nicht.

Die Frage nach dem Alter

Nach mündlicher Überlieferung ist das Haus ungefähr siebenhundert Jahre alt und geht auf Butu Batu zurück.

Wir geben das als Überlieferung wieder. Eine unabhängige publizierte Datierung liegt uns nicht vor. Die Zahl liegt zudem nahe bei der Altersangabe, die die UNESCO-Einreichung für die torajanische Siedlungstradition insgesamt verwendet. Möglicherweise handelt es sich um dieselbe Zuschreibung in anderem Zusammenhang.

Dass das Gebäude alt und ungewöhnlich ist und bislang kein zweites dieser Art dokumentiert wurde, steht dagegen außer Frage.

Der Zustand des Hauses

Eine Studie der Universitas Hasanuddin von 2025 untersuchte gezielt die Schäden. Perayanti verortet das Haus in Desa Banga im Kecamatan Rembon und dokumentiert Risse in Holzstützen, verblasste Farben an den Schnitzereien sowie Pilz- und Termitenbefall. Die Untersuchung führt dies auf Klima, Organismen und menschliche Einwirkung zurück. Sie empfiehlt eine planvolle Restaurierung, regelmäßige Pflege und die Beteiligung der örtlichen Gemeinschaft statt einer einmaligen Reparatur.

Zwei Punkte fallen dabei auf. Beschrieben werden Schäden am Holz, nicht an den Steinplatten. Bei einem schweren Dach auf einem Holzbau hätte man vielleicht anderes erwartet. Und die Empfehlung regelmäßiger Pflege benennt einen Bedarf, den der bestehende Zustand offenbar nicht deckt. Ein Schutzstatus auf Provinzebene bedeutet noch keine gesicherte Finanzierung.

Eine weitere wissenschaftliche Arbeit behandelt Papa Batu als Lernort für torajanische Kultur. Das ist ein nachvollziehbarer Nutzungsansatz und zugleich ein Argument für seinen Erhalt.

Wenn Sie hinfahren, gehen Sie vorsichtig mit dem Gebäude um. Ein empfindlicher Bau ist kein Ort zum Klettern.

Anreise und Entscheidung für einen Besuch

Rembon liegt westlich von Makale, das bereits den südlichen Teil der üblichen Besuchsrouten bildet. Tumakke liegt deutlich jenseits vieler Reiseprogramme. Veröffentlichte Besucherinformationen, Öffnungszeiten oder Gebühren kennen wir nicht.

Sinnvoll ist dieser Abstecher vor allem bei einer zweiten Toraja-Reise oder bei einem ausgeprägten Interesse an Architektur. Für diesen Zweck hat das Haus eine Sonderstellung in der Region.

Palawa mit Tongkonan und geschnitzten Fassaden zeigt die übliche Bauform an einem leichter erreichbaren Ort. Wer verstehen möchte, warum das Dach eines Tongkonan zählt, findet dort den Hintergrund zur Bedeutung dieser Form. Erst dieser Zusammenhang macht das steinerne Dach verständlich.

Die Planung des südlichen Zugangs behandelt Makale als Ausgangspunkt für den Süden.

Wir besitzen kein Foto von Papa Batu, das wir veröffentlichen dürfen. Deshalb bleibt diese Seite ohne Abbildung.

Questions

Was unterscheidet Tumakke von anderen Orten?
Das Tongkonan Papa Batu ist mit zugeschnittenen Steinplatten gedeckt. Anderswo verwendet man gespaltenen Bambus oder Wellblech. Es wird als das einzige bekannte erhaltene Tongkonan mit Steindach in Toraja beschrieben.
Wie ist das Steindach gebaut?
Der UNESCO-Eintrag nennt Platten von ungefähr 50 bis 60 Zentimetern Länge, 30 bis 40 Zentimetern Breite und 5 bis 10 Zentimetern Dicke. Berichte beschreiben zwei Bohrungen pro Platte, durch die sie mit Rattan am Dachstuhl befestigt werden, und insgesamt etwa tausend Platten.
Wie alt ist das Haus?
Die mündliche Überlieferung schreibt es einem Mann namens Butu Batu zu und nennt ein Alter von ungefähr siebenhundert Jahren. Das ist eine überlieferte Zuschreibung, keine gesicherte Datierung. Eine unabhängige veröffentlichte Datierung können wir nicht anführen.
In welchem Zustand ist das Haus?
Eine Untersuchung von Perayanti an der Universitas Hasanuddin aus dem Jahr 2025 dokumentiert Risse in Holzstützen, Farbverlust an Schnitzereien sowie Pilz- und Termitenbefall. Als Ursachen nennt sie Klima, Organismen und menschliche Einwirkung. Die beschriebenen Schäden betreffen das Holz, nicht das Steindach.
Wo liegt Tumakke?
In Lembang Tumakke im Kecamatan Rembon, Regierungsbezirk Tana Toraja, westlich von Makale. Der Ort liegt weit außerhalb der üblichen Besuchsrouten rund um Rantepao.

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